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Die Welt der Fledermäuse
ist uns noch in vielen Bereichen unbekannt. Ihre Reaktion auf Landschaftsveränderungen
können wir oftmals nur vermuten. Von den 21 in Deutschland
sich fortpflanzenden Fledermausarten sind alle in Anhang-IV der
FFH-Richtlinie als besonders schützenswert aufgelistet. Für
die Umsetzung des europaweiten NATURA-2000-Schutz-
konzepts spielen Fledermäuse eine wichtige Rolle.
Verbesserte Kenntnisse
zu ihrer Lebensweise und Verbreitung sind die Grundlage für
Naturschutzkonzepte und Landschafts-
planung sowie für eindrucksvolle Naturerlebnisveranstaltungen.
Um die flinken Nachtjäger
in ihren Lebensräumen zu beo-
bachten, werden von uns Ultraschalldetektoren, kleinste Telemetrie-Sender
und Infrarot-Kameras eingesetzt. So sind wir in der Lage, Sommerquartiere
in hohlen Bäumen oder Verstecke in Gebäuden zu finden
und so die wichtigsten nächtlichen Jagdhabitate und Flugwege
der einzelnen Arten zu erkennen.
Durch die Kenntnis von Quartieren können diese effizienter
geschützt werden, z.B. bei Umbauarbeiten oder bei Wald-bewirtschaftungsmaßnahmen.
In einer Untersuchung in hessischen Naturwaldreservaten konnten
wir zeigen, dass bewirtschaftete Waldflächen eine deutlich
geringere Baum-
höhlendichte aufweisen, als unbewirtschaftete Flächen.
Das Wissen um Flugwege spielt gerade in der Diskussion um Landschaftsfragmentierungen
durch Zerschneidung eine
große Rolle.
Fledermaus-Landschaften
müssen außerdem insektenreich sein. Eine von uns an Wasserfledermäusen
durchgeführte Langzeitstudie im Raum Gießen hat gezeigt,
dass säugende Wasserfledermaus-Weibchen pro Nacht mehr als
4.000 Mücken verspeisen.
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