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Faszinierendes Nachtleben

Die Welt der Fledermäuse ist uns noch in vielen Bereichen unbekannt. Ihre Reaktion auf Landschaftsveränderungen können wir oftmals nur vermuten. Von den 21 in Deutschland sich fortpflanzenden Fledermausarten sind alle in Anhang-IV der FFH-Richtlinie als besonders schützenswert aufgelistet. Für die Umsetzung des europaweiten NATURA-2000-Schutz-
konzepts spielen Fledermäuse eine wichtige Rolle.

Verbesserte Kenntnisse zu ihrer Lebensweise und Verbreitung sind die Grundlage für Naturschutzkonzepte und Landschafts-
planung sowie für eindrucksvolle Naturerlebnisveranstaltungen.

Um die flinken Nachtjäger in ihren Lebensräumen zu beo-
bachten, werden von uns Ultraschalldetektoren, kleinste Telemetrie-Sender und Infrarot-Kameras eingesetzt. So sind wir in der Lage, Sommerquartiere in hohlen Bäumen oder Verstecke in Gebäuden zu finden und so die wichtigsten nächtlichen Jagdhabitate und Flugwege der einzelnen Arten zu erkennen.


Durch die Kenntnis von Quartieren können diese effizienter geschützt werden, z.B. bei Umbauarbeiten oder bei Wald-bewirtschaftungsmaßnahmen. In einer Untersuchung in hessischen Naturwaldreservaten konnten wir zeigen, dass bewirtschaftete Waldflächen eine deutlich geringere Baum-
höhlendichte aufweisen, als unbewirtschaftete Flächen. Das Wissen um Flugwege spielt gerade in der Diskussion um Landschaftsfragmentierungen durch Zerschneidung eine
große Rolle.

Fledermaus-Landschaften müssen außerdem insektenreich sein. Eine von uns an Wasserfledermäusen durchgeführte Langzeitstudie im Raum Gießen hat gezeigt, dass säugende Wasserfledermaus-Weibchen pro Nacht mehr als 4.000 Mücken verspeisen.


Foto: Thomas Stephan


Foto: Marko König


Foto: Thomas Stephan


Foto: Thomas Stephan

 

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